
Aktuelle Lage
Die aktuelle Situation
Seit der Kürzung der Förderung für Sanierungsfahrpläne im August 2024 ist die Nachfrage nach Energie-Beratungen signifikant zurückgegangen. Betrachtet man jedoch das absolute Verhältnis der Fördersummen von Sanierungen im Vergleich zu den Geldern für Sanierungsfahrpläne, dann ist dieses Verhalten der Bauherren nicht wirklich nachvollziehbar. Genau genommen wurde die Förderung für Sanierungsfahrpläne von 80% auf 50% der maximalen Fördersumme gekürzt. Das entspricht bei Ein- oder Zweifamilienhäusern gerade mal einem Betrag von 390,- €. Bei Häusern ab 3 Wohneinheiten sind es 510,- €, um die der Förderbetrag gekürzt wurde.
Setzt man dagegen eine Dachsanierung in Relation, welche sich sehr schnell in einem Bereich von 50.000,- € bis 70.000,- € bewegen kann, dann fällt die Kürzung der Förderung für den Sanierungsfahrplan im Vergleich zur möglichen Förderung für das Dach kaum noch ins Gewicht. Das ist vor allem interessant, weil das ganze Dach gefördert wird und nicht nur der Anteil, der zur Erhöhung der Wärmedämmung nötig ist. Sie bekommen demnach auch Geld für die Erhaltung ihres Hauses und nicht nur für die Verbesserung.
Auch der Verzicht auf den Sanierungsfahrplan ist nicht anzuraten. Zum einen halbieren sich in diesem Fall die Obergrenzen der Förderung des Daches, zum anderen haben sie keinen gesicherten Anhaltspunkt, wie sich die Sanierungen tatsächlich auswirken. Ist die Dämmung des Dachs gegenüber der Dämmung der Wand richtig gewählt? Wie gut müssen die Fenster sein? Ohne Sanierungsfahrplan bauen sie sozusagen ins Blaue hinein. Unter dem Reiter Energieberatung finden sie genauere Ausführungen dazu.
Noch wichtiger als die Förderungen sind die eigentlichen Kosten für die Sanierung, die sich neben der Bauplanung in erster Linie aus Material- und Handwerkerkosten zusammensetzen. Diese sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Alleine in 2023 gab es innerhalb der ersten 4 Monate mehrere Preiserhöhungen für das Baumaterial in Höhe von 20% bis 30%. In den Jahren davor lag diese Rate bei 4% bis 5% für das gesamte Kalenderjahr. Berücksichtigt man zusätzlich das aktuell zu beobachtende Sterben von Handwerksbetrieben, dann ist auch mit weiter steigenden Personalkosten zu rechnen. In jedem Fall wird die Preissteigerung für Material und Personal größer sein als die Kosten einer etwas längere Kreditlaufzeit. Es ist also nicht sinnvoll eine benötigte Sanierung zu verzögern.
Besonders kritisch wird die Situation bei Nichtwohngebäuden. Hier gibt es nach EU-Vorgabe eine Sanierungspflicht bis 2030 für die am schlechtesten gedämmten 15% der Immobilien. Alleine für die davon betroffenen öffentlichen Gebäude wurde im Herbst 2024 ein Sanierungsvolumen von 130 Milliarden Euro geschätzt. Für die Gebäude in Gewerbe-Hand dürfte diese Summe noch um einiges höher liegen. Bei diesem enormen gesetzlich vorgeschriebenem Sanierungsbedarf ist mit einer noch höheren Auslastung der Planer und Energie-Effizienz-Experten zu rechnen, als es bisher schon der Fall war. Das bedeutet die Zeit von der Anmeldung bis zum Beratungstermin, die heute bei verschiedenen Büros schon bei 3 Monaten liegt, wird sich nach vorsichtigen Schätzungen verdoppeln.
Aus diesen Gründen rate ich jedem Bauherrn dazu, sich rechtzeitig um den Sanierungsfahrplan zu kümmern. Sie haben nach der Erstellung immer noch 15 Jahre Zeit, bis die Umsetzung abgeschlossen sein muss. Es bleibt ihnen also reichlich Zeit, ganz entspannt ihre Investitionen zu planen und geeignete Handwerksfirmen zur Umsetzung zu finden.
Bitte beachten sie an dieser Stelle:
Die Erstellung eines Sanierungsfahrplans verpflichtet sie nicht zu dessen Umsetzung, auch wenn sie für seine Erstellung Fördermittel erhalten haben, aber der Sanierungsfahrplan gibt ihnen Planungssicherheit und ein umfassendes Wissen über den Zustand ihrer Gebäude.