Beispiele für ein schlechtes Lichtspektrum
Die Leuchtstoffröhre
Leider befinden sich heute noch in vielen Fertigungsanlagen alte Beleuchtungen mit der klassischen 150 cm Leuchtstoffröhre. Oft zögern die Betreiber diese zu ersetzen, weil die Kosten für den Austausch zu hoch angesetzt werden und der Zeitraum der Amortisierung damit steigt. Eine detaillierte Betrachtung dazu erfolgt unter der Überschrift: Die Umrüstung von Leuchtstoffröhre auf LED-Röhre.
In jedem Fall ist das Lichtspektrum einer klassischen Leuchtstoffröhre und damit die Ausleuchtung der Fertigung miserabel. Wie das Spektrum zeigt, sind nur die Farben grün und orange mit einer hohen Leistung vertreten. Obwohl die Farben blau, türkis und gelb noch als Spitzen erkennbar sind, haben sie nur eine sehr begrenzten Einfluss auf das Spektrum.


Das Balkendiagramm auf der rechten Seite liefert die Erklärung, warum diese Art der Beleuchtung immer noch so beliebt ist. Die Leuchtstoffe wurden so gewählt, dass die ersten acht Referenzfarben gute Werte haben. Dadurch steigt der Farbwiedergabe Index Ra auf 88, während der Vergleich mit dem erweiterten Farbwiedergabeindex Re mit einem Wert von 83 die Wahrheit über diese schlechte Beleuchtung enthüllt.
Warum ist das immer noch so? Leider hat es die Leuchtmittel-Industrie geschafft, dass auf den Leuchtmittelverpackungen immer noch der alte Farbwiedergabeindex angegeben werden darf. Wie wenig Aussagekraft dieser Wert heute noch hat zeigen die Bilder ganz eindeutig.
Die Glühlampe
Aus gutem Grund ist der Verkauf von Glühlampen inzwischen in der EU verboten. Aber leider gibt es immer noch Anhänger dieser veralteten Technik. Vergleicht man das Spektrum unten links mit der Normkurve für das Tag-Sehen, dann fällt auf, dass der intensivste Teil des Glühlampenlichts, die Wellenlängen größer 700 nm, überhaupt nicht mehr vom menschlichen Auge erfasst werden können. Sie liegen bereits im Nahinfrarotbereich und dienen nur noch der elektrischen Beheizung des Raumes, auch im Sommer. Dagegen fehlen die blauen Spektralanteile für eine gute Farberkennung weitestgehend.


Betrachtet man dagegen das Balkendiagramm auf der rechten Seite, dann wird man mit nahezu perfekten Werten konfrontiert. Wie kann das sein? Die Antwort ist sehr einfach. Die Referenz für das Balkendiagramm ist bis 5000 Kelvin der schwarze Strahler (Unterpunkt Lichttemperatur) und die Glühlampe ist mit ihrem äußerst dünnen Draht, an dem sich kein signifikanter Lichtanteil reflektieren kann, annähernd ein schwarzer Strahler. Sie ist demnach ihre eigene Referenz. Kaum jemand weiß das! Deswegen wird die Glühlampe immer noch für ihre besonderen Werte geschätzt, obwohl die Farberkennung bei ihrem Spektrum sehr schlecht ist.